Zum Vulkan Poás in Costa Rica – Tipps und Erfahrungen

Vulkan Poas Tipps und Erfahrungen

Der Parque Nacional Volcán Poás ist nicht ohne Grund Costa Ricas besucherstärkster Nationalpark. Nahe der Hauptstadt San José und leicht zu erreichen, ermöglicht er bei gutem Wetter einen atemberaubenden Blick auf einen brodelnden Vulkankrater – oder aber auf eine undurchdringliche Nebelwand. Was Du vor einem Ausflug zum Vulkan Poás wissen solltest und was meine Erfahrungen waren, findest Du deshalb in diesem Artikel.

Für wen lohnt sich ein Ausflug zum Vulkan Poás?

Ein Ausflug zum Vulkan Poás lohnt sich besonders, wenn man einen aktiven Vulkan bestaunen möchte, ohne dafür eine anstrengende Wanderung in Kauf nehmen zu müssen. Denn mit Auto oder Bus kann man auf gut befestigten Straßen fast den gesamten Vulkan hinauffahren und muss vom Parkplatz aus nur noch einige hundert Meter bis zum Hauptkrater gehen. Der breite Weg zum Aussichtspunkt am Hauptkrater ist sogar für Rollstuhlfahrer geeignet.

Ein Ausflug zum Vulkan Poás ist also optimal für alle Vulkanbegeisterten und insbesondere für Familien und mobilitätseingeschränkte Personen.

Weg zum Vulkan Poas Costa Rica
Noch 200 Meter bis zum Krater

Rund um den Parque Nacional Volcàn Poás

Vom Parkplatz aus erreicht man nach wenigen Metern zuerst ein Besucherzentrum mit anschaulichen Information über den Park. Dort gibt es Toiletten und in der ersten Etage einen Souvenirshop und ein Restaurant. Ich würde allerdings empfehlen, das Besucherzentrum erst auf dem Rückweg zu besuchen und zuerst dem Weg weiter zum Hauptkrater zu folgen, um dem aufsteigenden Nebel weniger Zeit zu lassen.

Nach etwa 600 Metern erreicht man den Aussichtspunkt und kann mit etwas Glück den brodelnden Hauptkrater bestaunen. Das Wetter dort oben ist jedoch unberechenbar und es kommt leider sehr oft vor, dass man hinter dem Zaun nur ein weites Feld weißen Nebels zu Gesicht bekommt. Dieses Risiko sollte man vorher kennen, um dann nicht allzu enttäuscht zu sein.

Weiße Nebelwand über dem Krater
Weiße Nebelwand über dem Krater

Der Ausflug lohnt sich dennoch, denn auch der Nebelwald rund um den Krater ist eine Erkundung wert. Nach einer kleinen Rundwanderung besteht zudem die Chance, dass der Wind die Wolken wegbläst und den Hauptkrater freigibt. Also nicht gleich aufgeben, sondern zum Aussichtspunkt zurückkehren!

Tautropfen im Nebelwald

Vom Hauptkrater aus kann man auf dem Sendero Botos etwa 1,4 km lang durch Miniaturnebelwald zu der Laguna Botos laufen, einem Kaltwassersee in einem erloschenen Krater. Der Rundgang dauert etwa 30 Minuten und lohnt sich allein schon für den einzigartigen Nebelwald rundherum.

Nebel über der Laguna Botos

Vom See aus kann man auf dem 1,8 km langen Sendero Canto de Aves etwa 45 Minuten lang durch ein größeres Waldgebiet wandern, in dem meist deutlich weniger Besucher unterwegs sind. Dieser Weg lohnt sich vor allem für Vogelbeobachter, da hier auch seltene Arten wie der Feuerkehlkolibri heimisch sind.

Der nur 400 Meter lange Sendero Escalonia führt dann zurück auf den Hauptweg und zurück zum Besucherzentrum.

Praktische Infos zum Vulkan Poás

Öffnungszeiten: 8 Uhr – 15:30 Uhr

Eintrittspreise: ₡ 8000 / $ 15 pro Person für Touristen, ₡ 1000 / $2 für Anwohner.

Parkgebühr: ₡ 500 / $ 1

Beste Besuchszeit:
Die besten Chancen auf gute Sicht hat man früh morgens in der Trockenzeit. Eine Garantie ist dies jedoch nicht. Da der Park immer gut besucht ist, sollte man das Wochenende meiden, da es dann besonders voll werden kann. In der Regenzeit sind jedoch auch am Wochenende deutlich weniger Touristen unterwegs. In jedem Fall sollte man versuchen, so früh wie möglich am Park anzukommen, am besten zur Öffnungszeit um 8 Uhr.

Wetterbedingungen:Egal wie heiß und sonnig sich der Tag unten im Tal präsentiert, oben am Vulkan kann es dennoch das ganze Jahr über sehr windig, kalt und regnerisch werden! Nachts können die Temperaturen dort sogar unter den Gefrierpunkt fallen.

Was man mitbringen sollte:

  • Pulli und Regenjacke (zum drüberziehen falls es kalt wird)
  • Regenschirm
  • Sonnenschutz
  • Snacks und Getränke (falls man nicht im Restaurant essen möchte)
  • Feste Schuhe (zum Hauptkrater reichen manchmal Flip Flops)
Infotafel über den Vulkan

Wie erreicht man den Vulkan Poás am besten?

🚌 Anreise mit den öffentlichen Bussen:
Wenn Du in Costa Rica als Backpacker mit begrenztem Budget unterwegs bist, empfehle ich die unkomplizierte Anreise mit den öffentlichen Bussen.

Von San José aus fährt kein direkter öffentlicher Bus zum Vulkan Poás, man muss deshalb zuerst nach Alajuela fahren. Am besten nimmt man deshalb spätestens um 8:15 Uhr den Bus am Busbahnhof von Tuasas (Avenida 2 zwischen Calle 12 und 14) nach Alajuela. Nach ca. 45 Minuten Fahrt muss man in Alajuela nur einen Block südwärts zur Haltestelle Volcán Poás gehen.

  • Kosten Bus San José – Alajuela: ca. ₡600 / $ 1,10
  • Gesamtkosten hin und zurück San José – Vulkan Poás: ₡ 3.700 / $ 6,80

Von Alajuela fährt täglich ein Bus von Coopetransasi um 9 Uhr zum Gipfel und um 14:30 Uhr wieder zurück. Die Fahrt dauert pro Strecke etwa 1,5 Stunden. Diese beiden sind die einzigen öffentlichen Busse zum Vulkan Poás, also rechtzeitig an der Haltestelle sein!

  • Gesamtkosten hin und zurück Bus Alajuela – Vulkan Poás: ca. ₡ 2.500 / $ 4,60

🚕 Anreise mit dem Auto oder Taxi:
Der große Nachteil, wenn man mit den öffentlichen Bussen oder einer gebuchten Tour zum Vulkan Poás anreist, ist die späte Ankunft. Mit beiden Möglichkeiten kommt man in der Regel erst gegen 10 Uhr am Gipfel an – genau dann, wenn meist die Wolken aufziehen und die Sicht versperren.

Wenn ihr zu mehreren unterwegs seid, würde ich deshalb auf jeden Fall einen Mietwagen oder ein Taxi empfehlen. Der Weg ist ab Alajuela sehr gut ausgeschildert. Man erhöht so nicht nur die Chance, den Hauptkrater ohne Wolken zu sehen, sondern entgeht auch den Besuchermassen, die ab 10 Uhr eintreffen.

  • Kosten Mietwagen: ab ₡ 21.000 / $ 40 pro Tag
  • Kosten Taxi Alajuela – Vulkan Poás: ca. ₡ 16.000 / $ 30 pro Fahrt
  • Kosten Taxi San José Vulkan Poás: ca. ₡ 27.000 / $ 50 pro Fahrt

✍ Tipp zur Weiterreise:
Nicht weit vom Vulkan Poàs befinden sich die Wasserfallgärten von La Paz. Die Fahrt dorthin führt durch malerisches Weideland und ist gut ausgeschildert. Wenn man früh morgens zum Vulkan fährt, lassen sich beide Ziele prima an einem Tag erkunden.

Meine Erfahrung in der Regenzeit

Mit Freunden bin ich Ende Juni mit dem Auto von Heredia aus zum Vulkan Poás gefahren. Während der Fahrt herrschte strahlender Sonnenschein und die Aussicht von der Straße über die Städte und die Wälder unter uns war fantastisch! Allein die Fahrt ist deshalb schon ein Erlebnis für sich. Je näher wir dem Vulkangipfel kamen, desto kälter und diesiger wurde es jedoch. Am Hauptkrater angekommen, präsentierte sich dann leider nur der weiße Nebel in vollster Pracht, den brodelnden Krater konnte man nur am leichten Schwefelgeruch erahnen. Immerhin waren wir trotz eines Wochenendtags ganz allein am Aussichtspunkt – von Touristenmassen keine Spur!

Vernebelte Aussichtsplattform am Vulkan

Deshalb genossen wir stattdessen eine einsame Wanderung durch den geheimnisvollen Nebelwald, was den Besuch allemal wert war. Als wir anschließend mit etwas Hoffnung zum Hauptkrater zurückkehrten waren schon deutlich mehr Besucher angekommen und blickten erwartungsvoll ins weiße Nichts – der Wind hatte nicht gedreht. Wie viele andere hatte ich an diesem Tag also leider nicht das Glück, einen Blick auf den Hauptkrater erhaschen zu können. Trotzdem habe ich den Ausflug nicht bereut, denn auch der restliche Park ist wunderschön und definitiv einen Besuch wert.

Hattest Du am Vulkan Poás vielleicht mehr Glück? Ich bin gespannt auf Deinen Bericht.
Verrate es doch unten in den Kommentaren.

Also viel Glück mit dem Nebel und natürlich Pura Vida!

Eure Jessi 

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16 Kommentare

  1. Hallo Jessi,
    heißt es wirklich Nebelwald? Verstehen könnte ich es absolut. Mir ging es im Regenwald immer so 🙂 denn der machte seinem Namen immer alle Ehre.
    Viele Grüße
    Katja

    1. Hey Katja,
      Hihi, ja so heißt es wirklich. 😀
      Das ist quasi ein Regenwald in tropisch-subtropischen Gebirgsstufen, also nur ab einer bestimmten Höhe. Und die machen ihrem Namen wie die Regenwälder meist auch alle Ehre. In Costa Rica gibt es die hauptsächlich um Monteverde und ich fands vor allem am Vulkan Barva auch total interessant.
      Liebe Grüße,
      Jessi ?

  2. Liebe Jessi,

    ein sehr schöner Artikel. Mir gefällt vor allen Dingen die Kostenaufstellung. Sollte ich in Costa Rica sein, werde ich mir deinen Artikel auf jeden Fall zu Herzen nehmen und den Vulkan inkl. Nebelwald einmal besuchen.

    Viele liebe Grüße
    Kathi

    1. Hallo Kathi,
      Danke Dir! Die Kosten für Busse etc. finde ich auch immer sehr schwierig herauszufinden, deshalb gebe ich’s hier gerne weiter. Freut mich, dass Du es hilfreich findest.
      Liebe Grüße,
      Jessi ?

  3. WOW! Das sieht wirklich toll aus! Okay, den Krater kann man nicht sehen, aber auch die Nebelwand ist beeindrucken. Dass man bis vor einem Vulkankrater mit FlipFlops laufen kann, war mir jetzt neu. Mein bevorzugtes Schuwerk wären dennoch feste Wanderschuhe oder allerhöchstens Turnschuhe, aber die Vorstellung ist witzig 😉
    Vulkane faszinieren mich sehr, da sie ja so gefährlich und meist unberrechenbar sind. Ich lese immer wieder gerne darüber, auch wenn ich selbst noch nie auf einen Vulkan war. Ich plane aber demnächst eine Reise nach Neapel und den Vesuv zu besuchen. Hoffentlich nicht mit so viel Nebel.
    Viele Grüße
    Maria

    1. Hola Maria,
      Freut mich, dass Du auch die Nebelwand interessant findest. 😀
      Ja, das ist schon echt unglaublich einfach, bis zum Krater zu gelangen. Aber meistens ist es ja da auch deutlich kälter, weshalb ich auch eher auf Flip Flops verzichten würde.
      Ich habe wie Du auch echt Respekt vor Vulkanen und finde sie total faszinierend. Ich hoffe, Du hast dann in Neapel etwas mehr Glück als ich und kannst sogar den Krater bestaunen.
      Gute Reise!
      Jessi ?

  4. Wow – so einen Vulkan würde ich auch gerne irgendwann mal besteigen – bisher hab ich nur mal in Peru am Fuße eines rauchenden Vulkans geschlafen – und natürlich den Vogelsberg bestiegen, der aber schon seit mehr als 10000 Jahren nix mehr gemacht hat und tot ist…

    1. Na das ist doch aber auch ein Erlebnis!
      In Costa Rica hat man halt wirklich die Qual der Wahl was Vulkane angeht, aber der Poás ist natürlich am einfachsten zu besteigen bzw. zu befahren. 😀

  5. Ich liebe Vulkane. Wenn sie so leicht zu erreichen sind, hat das natürlich Vor- und Nachteile. Keine stundenlange Wanderung, dafür aber viele andere Menschen.
    Es ist schade, dass du den Krater nicht sehen konntest. Ich finde aber, es sieht trotzdem nach einer ganz besonderen Atmosphäre aus

    LG
    Gina

    1. Ja, das stimmt natürlich. Vor allem in der Hauptsaison ist am Poas glaube ich mit seeehr vielen Menschen zu rechnen. Aber in Costa Rica gibt es ja zum Glück viele tolle Alternativen, wie zum Beispiel den Vulkan Barva.
      Ich war natürlich auch etwas enttäuscht, dass der Krater verdeckt blieb, aber die Atmosphäre dort war wirklich trotzdem besonders. 🙂
      Liebe Grüße,
      Jessi ?

  6. Ja dieses Wetter ist eben nicht immer gnädig zu einem. Wir haben das in Neuseeland erfahren und trotzdem hast du recht, allein der Weg an sich ist schon erlebenswert. Ich würde es genau so machen wie ihr und mich nicht von schlechtem Wetter abbringen lassen. Man spürt ja so einen Vulkan auch irgendwie und das finde ich immer echt faszinierend.

    Viele Grüße
    Victoria

    1. Hallo Victoria,
      Da hast Du absolut recht. Man spürt es trotzdem und vor allem kann man es oft auch sehr gut riechen. 😀
      Das ist schon irgendwie beeindruckend.
      Liebe Grüße! ?

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