Die Wasserfallgärten von La Paz – Costa Rica im Kleinformat

La Paz Wasserfallgärten in Costa Rica

Zugegeben, eigentlich bin ich kein Fan von Zoos oder auf kommerziellen Tourismus ausgelegten Themenparks. Die überteuerten Wasserfallgärten von La Paz standen deshalb lange nicht auf meiner Bucket List in Costa Rica. Doch als ich im Internet auf überwiegend positiv überraschte Kritiker stieß, beschloss ich, der Sache auf den Grund zu gehen – und habe es tatsächlich nicht bereut. Was die Wasserfallgärten zu bieten haben, für wen sich ein Besuch lohnt und was ein kleiner Tukan damit zu tun hat, erfährst Du deshalb in diesem Artikel.

In den Wasserfallgärten von La Paz findet man das beste Costa Ricas im Kleinformat: Nebelwald, Wasserfälle, Wanderwege, tropische Pflanzen und mehr als 100 verschiedene Tierarten. Die Wasserfallgärten eignen sich deshalb besonders für Kurzurlauber, Familien und natürlich alle Tier- und Wasserfallfans. Zudem kann man den Park mit relativ gutem Gewissen genießen, da keines der Tiere für den Park seinem natürlichen Lebensraum entrissen wurde. Laut Parkverwaltung handelt es sich bei den meisten um Tiere, die aus illegaler Haltung gerettet wurden und die aus verschiedenen Gründen nicht mehr ausgewildert werden können.

Von schreienden Aras zu hoppelnden Tukanen

Vom Haupteingang gelangt man über einen schönen Weg vorbei an diversen tropischen Pflanzen zuerst zum Vogelhaus leicht links gelegen. Dort gibt es einige exotische Vögel und auch den roten lauten Ara zu bestaunen. Manche Vögel fliegen dort frei herum, andere sind in relativ großen Käfigen untergebracht. Vor allem aber gibt es dort ein begehbares Tukan-Gehege! Die kleinen Kerlchen hüpfen oder fliegen dort zwischen den Besuchern herum und lassen sich unter Aufsicht des Parkpersonals sogar kurz auf den Arm nehmen. Was soll ich sagen? Die Masche zieht – Tukanen kann ich einfach nicht widerstehen, das Eintrittsgeld war schnell vergessen …

Von flatternden Schmetterlingen zu flitzenden Kolibris

Vom Vogelhaus gelangt man durch einen Zwischenraum mit allerlei ausgestellten Insekten direkt in den bezaubernden Schmetterlingsgarten. Selbst wenn draußen der Regen prasselt, fühlt man sich hier sofort wie an einem anderen Ort. Ruhige Musik und ein leise plätschelnder kleiner Wasserfall im Hintergrund, rundherum bunte Blumen und flatternde Schmetterlinge.

Wer lieber etwas Action sucht, kann durch die Tür direkt zum Affengehege gehen und ihnen beim Klettern und Lianenschwingen zusehen. Noch geschäftiger geht es allerdings ein paar Meter weiter im offenen Kolibri-Garten zu. Hier schwirren die winzigen schillernden Vögel blitzschnell von einer Futterstation zur nächsten. Wer dabei selbst hungrig wird, kann gleich nebenan im Restaurant oder an den Picknick-Tischen mit herrlicher Aussicht zu Mittag essen. Dort befindet sich zudem auch das Schlangenterrarium mit einigen Exemplaren, denen man in freier Wildbahn wohl lieber nicht begegnen würde.

Von gefährlichen Raubkatzen zu schlafenden Fröschen

Vom Kolibri-Restaurant kann man gut zu den Raubkatzen gehen, am besten zur Fütterungszeit gegen 15 Uhr. Anschließend gelangt man durch den märchenhaften Orchideengarten zur Casita de La Paz, einem nachgebauten Tico-Haus wie vor 100 Jahren. Hier kann man warmes Agua Dulce in einem Schaukelstuhl vor dem Kaminfeuer probieren und sich das Costa Rica früherer Zeiten vorstellen. Gleich vor dem Haus warten zudem zwei geduldige Ochsen mit einem für Costa Rica typischen bunten Ochsenkarren. Von hier geht’s dann ins Ranarium zuerst zu den farbintensiven kleinen Giftfröschen un dann zu den meist noch schlafenden Laubfröschen. Hier muss man seine Augen ein bisschen anstrengen, um die kleinen Frösche zu entdecken und vor allem darauf achten, wo man hintritt!

Von Wasserfall zu Wasserfall

Bei all den faszinierenden Tieren und Pflanzen sollte man aber natürlich nicht die eigentliche Hauptattraktion vergessen – die Wasserfälle. In der Parkanlage gibt es insgesamt fünf Wasserfälle, die durch ein wirklich schön gestaltetes Wegenetz durch den Nebelwald verbunden sind. Als erstes gelangt man zum Wasserfall Templo, dann geht man dem Fluss folgend weiter zum Wasserfall Magia Blanca und anschließend zu den Wasserfällen Encantada und Escondia, die direkt nebeneinander liegen.

Zum Schluss gelangt man zum namensgebenden höchsten Wasserfall La Paz (Wasserfall des Friedens). Die Wege durch den zauberhaften Nebelwald entlang der Wasserfälle sind zwar wunderschön, können einen je nach Wetterlage aber auch ein bisschen außer Puste bringen – aber keine Sorge, man muss den Weg zum La Paz nicht zweimal gehen. Hier angekommen wird man von einem Shuttle-Bus wieder zurück zum Parkeingang gefahren.

Fazit

Die Wasserfallgärten von La Paz haben mich wirklich positiv überrascht. Die gesamte Parkanlage ist wunderschön angelegt und sehr gepflegt. Obwohl es einer der meistbesuchten Parks Costa Ricas ist, waren während der Regenzeit im Juni dort nur sehr wenige Besucher. In jedem Tierhaus gab es nur ein paar andere Besucher und an den Wasserfällen fühlte man sich ein bisschen wie allein im abenteuerlichen Dschungel. Bei den Wasserfällen hatte ich deshalb überhaupt nicht das Gefühl, in einem Park zu sein. Ich weiß nicht, wie stark der Park in der Trockenzeit besucht wird, aber wenn dann mit Besuchermassen zu rechnen ist, würde ich persönlich den Park nicht empfehlen, da die Athmosphäre dann wahrscheinlich ganz anders ist. Aber so wie ich die Wasserfallgärten an diesem Tag erlebt habe, muss ich zumindest für die Regenzeit eine klare Empfehlung aussprechen.

Tipp

Wer dennoch zögert, oder wem der Eintritt zu teuer ist, der kann sich zumindest den La Paz Wasserfall auch ohne Parkbesuch völlig kostenfrei von unten anschauen. Wer mit dem Auto einfach weiter der Straße am Parkeingang vorbei folgt, kann kurz vor oder hinter der großen Brücke parken und von dort aus den Wasserfall bestaunen. Im Park sieht man den Wasserfall nämlich nur von oben.

Praktische Infos rund um die Wasserfallgärten von La Paz

Die Wasserfallgärten von La Paz liegen unmittelbar östlich des Vulkan Poàs, nördlich des Dorfs Vara Blanca. Wenn man früh zum Poàs fährt kann man anschließend den Rest des Tages prima in den Wasserfallgärten verbringen. Allein die Fahrt dorthin durch das bergige Weideland lohnt sich.

Öffnungszeiten: 8 – 17 Uhr (der letzte Shuttle-Bus vom La Paz Wasserfall fährt um 17 Uhr)

Eintrittspreise für Touristen:  Erwachsene $ 40.00 | Kinder (3-12 Jahre) $ 24.00

Buffet im Kolibri-Restaurant:  Erwachsene $ 14.00 | Kinder (3-12 Jahre) $ 8.00

Besuchsdauer: 2 – 5 Stunden

Was man mitbringen sollte:

  • Regenjacke / Regenschirm / Regencape (zur Not am Parkeingang zu kaufen)
  • Sonnenschutz
  • Snacks und Getränke (falls man nicht im Restaurant essen möchte)
  • Feste Schuhe (die Wege zu den Wasserfällen können rutschig sein)

Wie erreicht man die Wasserfallgärten am besten?

Leider habe ich keine öffentlichen Busse finden können, die bis zum Park fahren. Die einfachste Anreisemöglichkeit ist also ein Mietwagen oder Taxi. Auf gut Glück kann man natürlich versuchen, am Vulkan Poàs eine Mitfahrgelegenheit zu den Wasserfallgärten zu finden. Zur Not gibt es ansonsten diverse organisierte Touren von San José aus, die meist den Besuch einer Kaffee-Plantage, den Vulkan Poàs und die Wasserfallgärten verbinden.

Alle weiteren Infos und genaue Anfahrtsbeschreibungen gibt es hier: http://www.waterfallgardens.com/ 

Konnte Dir mein Bericht weiterhelfen? Was hältst Du von La Paz und wie waren deine Erfahrungen? Erzähl‘ es unten in den Kommentaren.

In diesem Sinne, Pura Vida!

Jessi

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18 Kommentare

  1. Hallo Jessi,

    Ich bin total begeistert davon, wie nah und scharf und gut du die Tiere abgelichtet hast! Wow, großes Lob! Der Park klingt gut, samt Wasserfällen und dem Ansatz, Tieren ein Zuhause zu bieten, die eh nicht ausgewildert werden könnten – und wann kann man schon mal mit Tukanen zusammen sein?!

    Eigentlich sehe ich Parks und Zoos auch kritisch, auf der anderen Seite tut es der Natur auch nicht gut, wenn Millionen Touristen in Wildnis herum stapfen, das spricht auch für solche Parks. Mir gefällt Dein Bericht, danke dafür!

    Liebe Grüße, Barbara

    1. Hallo Barbara,
      lieben Dank für Dein Feedback! Freut mich sehr, dass Dir meine Fotos so gut gefallen und dass Du über solche Parks ähnlich denkst. 🙂

      Liebe Grüße! ?

  2. Das sind ja irre Bilder – so ein sattes Grün <3 . Der Kolibri ist spektakulär – einfach wunderschön. Ich sehe es ähnlich wie Barbara und möchte die Tourimassen lieber im Zoo statt in der freien Natur rumlaufen haben. Ein wundervoller Bericht, der mir sehr viel Lust auf Costa Rica macht. Danke dir!
    Herzliche Grüße
    Sabine

  3. Wenn es wirklich so ist, dass die Tiere in diesem Zoo gerettet und artgerecht gehalten werden, dann finde ich das eine gute Sache 🙂 Ansonsten stehe ich Zoos eher ablehnend gegenüber… :/
    Dein Tipp, dass man die Wasserfälle auch von untern und damit kostenlos sehen kann, ist super! Aber deine Fotos machen so viel Spaß auf das Gesamtpaket, dass es mir es Wert wäre, Eintritt zu zahlen. Dein Artikel trägt einen irgendwie mit und man spürt deine Begeisterung 🙂

    1. Hey Kuno,
      artgerechte Haltung ist natürlich leider immer ein schwieriges Thema. Tiere wie die Raubkatzen kann man in solchen Parks ja leider nie wirklich artgerecht unterbringen. Aber im Vergleich wirkte es hier zum Glück doch recht liebevoll.
      Freut mich jedenfalls, dass Dich meine Begeisterung etwas angesteckt hat.
      Liebe Grüße! ?

  4. Wahnsinn, die Nahaufnahmen von den Tieren sind toll! Ich habe eine Freundin in Costa Rica aber leider habe ich es bis jetzt noch nie geschafft hinzufliegen. Dein Artikel erinnert mich wieder einmal dran, dass ich den Wunsch vielleicht doch besser in einen Plan umwandle und nicht zu lange warte. Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Elena

  5. Hi Jessi,
    Costa Rica steht schon länger auf meiner Wunschliste der Reiseziele. Vor allem wegen der Faultiere 😉 Aber so einen Ausflug wie du ihn beschreibst, kann ich mir auch sehr gut vorstellen. Mitten in der Natur und auf Tier Entdeckungsreise gehen, ist einfach wunderschön.
    VG Simone

    1. Hallo Simone,
      freut mich, dass ich Dich dafür begeistern konnte. Faultiere gibt’s in den La Paz Gärten bisher nicht, aber dafür wirst Du auch nicht in so einen Park gehen müssen. Den süßen Tieren wirst Du in Costa Rica früher oder später schon in freier Natur begegnen. 🙂
      Liebe Grüße! ?

  6. Liebe Jessi,
    wow, das ist ein toller Bericht und geniale Fotos die du da gemacht hast, da fühle ich mich direkt wieder, als wäre ich noch dort.
    Wir haben diesen Ausflug direkt nach der Landung gemacht um dem Jetlag zu trotzen und Zeit bis zum Check-In zu überbrücken. Früh morgens war hier auch echt noch nichts los, so dass wir fast die einzigen Besucher waren. Ich fand das Gesamtpaket auch echt in Ordnung, wenn auch etwas teuer. Man hat halt schon das Gefühl in einem Rutsch viele von Costa Ricas Highlights zu sehen.
    Lg Annika

  7. Dieser Garten (Zoo wird dem ganzen nicht gerecht finde ich) kommt definitiv auf unsere Bucket List – unser Sohn würde NIE mehr rauswollen, begeistert von den ganzen lustigen Vögeln und den schönen Wasserfällen.

    Der Preis ist zwar happig, aber lieber so als winzige Käfige und Eisbären in artfremden Klimazonen!

    Liebe Grüße

    Chris

    1. Hallo Chris,
      jaa das kann ich mir gut vorstellen, gerade für Kinder ist das natürlich super schön. Und genau, besser so als in absolut unnatürlicher Umgebung.
      Liebe Grüße! ?

  8. Na, dem Puma hätte ich aber nicht über den Weg laufen wollen. Der schaut so grimmig… 😉

    Ich finde den Preis auch ziemlich happig, kann aber nachvollziehen, dass so ein Park ja auch unterhalten werden will. Und wenn man das eben vernünftig für Mensch, Tier und Flora machen möchte, dann kostet es wohl seinen Preis.

    Wasserfälle flashen mich ja immer und alleine dafür wäre ich wahrscheinlich dort schon rein gegangen. Umso besser, dass es auch eine kostenlose Variante gibt. 😉

    Danke fürs Mitnehmen nach Costa Rica.

    LG Daniela

    1. Nja der arme war einfach müde glaub ich 😉
      Je genau, also man kann einen der Wasserfälle kostenlos anschauen. Auf den kann man vom Park aus nämlich auch nur von oben gucken.
      Beste Grüße an Dich! ?

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