Geheimtipp im Nebelwald – Der Vulkan Barva in Costa Rica

Geheimtipp Vulkan Barva in Costa Rica

Hast Du die ausgetretenen Touristenpfade satt? Willst du Natur pur erleben und Dich vom mystischen Nebelwald verzaubern lassen? Willst du einen Vulkan bestaunen ohne Dich durch Besuchermassen drängeln zu müssen? Bist Du bereit für ein kleines Abenteuer? Dann solltest Du dir den wohl meist unterschätzten Vulkan Costa Ricas nicht entgehen lassen. Die Gründe und wichtigsten Infos findest Du in diesem Artikel.

Was den Vulkan Barva so besonders macht

Mit 2906 Metern zählt der Vulkan Barva zu den höchsten Vulkanen des Landes. Dass er schon lange erloschen ist, sollte ihn aber nicht weniger interessant machen als seine gut besuchten aktiven Nachbarn Poás, Irazú und Turrialba. Denn aus diesem Grund konnte sich die Tier- und Pflanzenwelt in seiner Umgebung seit Jahrtausenden ungestört zu einem einzigartigen Nebelwald entfalten.

Nebelwald am Vulkan Barva Costa Rica
Regentropfen im Sonnenlicht

Trotz seiner Nähe zur Hauptstadt San José wird der Vulkan Barva nur sehr wenig besucht. Vermutlich weil er nicht so leicht zu erreichen ist und nicht so bekannt ist wie die anderen Vulkane in der Gegend. Aber genau das macht ihn für Naturfans und abenteuerlustige Wanderer so attraktiv. Denn hier spaziert man nicht auf breiten Pfaden zum Krater, sondern bahnt sich einen Weg durch einsamen, märchenhaften Nebelwald. Moosbewachsene Bäume, kleine plätschernde Bäche und mystische Nebelschwaden verleihen diesem Wald einen ganz besonderen Zauber.

Nebelwald am Vulkan Barva Costa Rica
Feuchtes Moos im Nebelwald

Die Wanderwege hier sind jedoch kein Zuckerschlecken! Je nach Wetterlage – die ja in Costa Rica oft unberechenbar ist – kann der Weg eine schöne Herausforderung werden. Als ich im Juni zum Hauptkrater wollte, wäre man hoffnungslos im Matsch versunken, weshalb man nur zur Lagune Copey wandern konnte. Zudem regnete es stundenlang dermaßen stark, dass sich die Wege in kleine Sturzbäche verwandelten und ich bis auf die Knochen durchnässt und frierend an der Lagune ankam. Aber trotzdem fand ich diese Wanderung einfach atemberaubend und würde sie jederzeit wieder wagen.

Jedem, der auf der Suche nach einem kleinen Abenteuer abseits der touristischen Pfade Costa Ricas ist und eine recht anstrengende, regen- und matschgefährdete Wanderung nicht scheut, würde ich den Vulkan Barva deshalb dringend ans Herz legen.

Rangerstation am Vulkan Barva Costa Rica
Eingang zum Vulkan Barva

Der Wanderweg zum Krater beginnt an der Rangerstation Barva, wo man sich bei den Rangern am besten Infos zum aktuellen Zustand der Wege und eine kostenlose Karte besorgt. Der anstrengendste Weg führt etwa 2,5 km lang zum Gipfel des Vulkans. Die Kraterseen Lago Barva und Lago Copey sollte man sich jedoch auch nicht entgehen lassen.

Lagune Copey am Vulkan Barva
Überdachung an der Lagune Copey

Die Wanderung zur Laguna Copey fand ich sogar recht angenehm und abgesehen von den Regenflüssen auch nicht sehr anstrengend, da es gefühlt kaum bergauf geht. Außer der recht windigen Plattform oberhalb des Sees gibt es auch noch eine überdachte Rastmöglichkeit am Seeufer, wo man je nachdem sonnen- oder regengeschützt rasten kann. 

Praktische Infos rund um den Vulkan Barva

Der Vulkan Barva befindet sich im westlichen Teil des Nationalparks Braulio Carillo, nördlich von Heredia.
An der Rangerstation Barva am Eingang zum Nationalpark gibt es Campingmöglichkeiten, Toiletten und Informationen. Es gibt keine Restaurants oder Geschäfte in der Nähe.

Schotterweg zum Vulkan Barva Costa Rica
Beginn des Schotterwegs zum Vulkan

Öffnungszeiten des Nationalparks: 8 – 16 Uhr

Eintrittspreis: ₡4.4008 / $ 8 pro Person für Touristen

Telefonnummer der Rangerstation Barva: (506) 2266 1883

Wetterbedingungen:

Da der Vulkan auf fast 3000 Metern Höhe liegt, kann es dort natürlich deutlich kühler als im Tal werden. Die Temperaturen schwanken dort sehr stark und das Wetter lässt sich meist nicht voraussagen. Man sollte generell immer mit Regen rechnen, auch wenn das Risiko in der Trockenzeit geringer ist, kann es auch dann zu Regengüssen kommen.

Was man mitbringen sollte:

  • Pulli und Regenjacke (zum drüberziehen falls es kalt und nass wird)
  • Regenschirm / Regencape
  • Sonnenschutz
  • Proviant und Getränke
  • Feste Schuhe / Wanderschuhe

Wie erreicht man den Vulkan Barva am besten?

Wer zum Vulkan Barva möchte, muss zuerst in das kleine Örtchen Sacramento.
Ab Sacramento führt ein circa 3 km langer Weg hinauf zur Rangerstation Barva am Eingang zum Nationalpark. Dieses letzte Stück Weg ist nur mit einem Geländewagen zu bewältigen! Wer auf andere Weise anreist, muss entweder das Glück einer Mitfahrgelegenheit haben, oder den Weg zusätzlich zu Fuß laufen. Die wunderbare Aussicht über das Tal entschädigt aber ein bisschen für die Anstrengung. 

Aussicht vom Vulkan Barva Costa Rica
Aussicht über das Tal

🚌 Anreise mit den öffentlichen Bussen:
Die Anreise mit den öffentlichen Bussen ist wie immer die günstigste Alternative. Man sollte allerdings einen möglichst frühen Bus nehmen und sich vorher bei der Unterkunft oder bei Busfahrern über die Abfahrtszeiten erkunden, da von Heredia aus nur wenige Busse zu bestimmten Zeiten nach Sacramento fahren.

Von San José, Alajuela und den umliegenden Städten muss man meist zuerst einen Bus nach Heredia nehmen.

Von Heredia aus nimmt man am besten einen direkten Bus nach Sacramento.
Notfalls kann man auch einen Bus nach San José de la Montaña oder Paso Llano nehmen und von dort ein Taxi (ca. ₡ 4000) bis Sacramento.

🚕 Anreise mit dem Auto:
Von Heredia aus führt eine befestigte Straße durch Barva, San José de la Montaña und Paso Llano nach Sacramento. Ab dort führt die holprige Straße für Geländewagen weiter bis zur Rangerstation, wo es einige Parkplätze gibt.

Kanntest Du den Vulkan Barva bereits? Hast Du vielleicht sogar den Aufstieg gewagt?
Erzähl es uns unten in den Kommentaren.

Viel Spaß im Nebelwald und natürlich Pura Vida!

Eure Jessi

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18 Kommentare

  1. Hallo Jessi,

    das hört sich nach einem netten Abenteuer an.
    Ich war noch nicht in Costa Rica, habe aber schon viel vom touristischen Rummel dort gehört. Da kommt so ein Tipp wie deiner gerade recht.

    LG
    Gina

    1. Hallo Gina,
      es war wirklich ein bisschen abenteuerlich und durch den heftigen Regen auch recht anstrengend, aber genau dadurch so wunderbar.
      Costa Rica ist gar nicht so überlaufen wie man oft hört, wenn man wie hier zu den richtigen Orten reist und die Hochsaison meidet.
      Liebe Grüße,
      Jessi

  2. Hallo Jessi,
    märchenhafter Nebelwald in Kombination mit einem Vulkan hört sich super an! Und dann noch ohne viel Tourismus, das wäre sofort etwas für mich! Ist Costa Rica wirklich so touristisch überlaufen? Ich bin erst vor ein paar Tagen im Regenwald von Ecuador gewesen. Es ist so eine andere Welt! Aber wirklich faszinierend.
    Liebe Grüße,
    Kuno

    1. Hallo Kuno,
      da hast du absolut recht, es ist wirklich wie eine andere Welt. 🙂
      Und ich kann dich beruhigen, dass Costa Rica touristisch nicht so überlaufen ist wie viele berichten. Außer Du schaust dir zur Hauptsaison am Wochenende Manuel Antonio an. ;D
      Natürlich gibt es hier aus einigen Gründen mehr Touristen als zum Beispiel in den Nachbarländern. Aber wenn man sich etwas über Reisezeit und Ziele informiert, wirst Du hier noch viele schöne Orte wie Barva finden.

      Liebe Grüße nach Ecuador!

  3. Hallo Jessi,
    ein toller Ausflug! Ich kann mir so richtig vorstellen, wie es durch Regen und Nebel ging und alles um einen herum verschwunden ist. Da kommt man sich vor wie in einer anderen Welt.
    Lieben Gruß, Susanne

  4. Hallo Jessica, ich wusste bis zur Lektüre dieses sehr informativen Berichtes gar nicht, daß es so viele Vulkane in Costa Rica gibt, die man auch noch besteigen bzw. bewandern kann. Habe sowas erst einmal vor ewigen Zeiten in Chile gemacht und es war großartig… hoffe sehr, Du schaffst es beim nächsten Mal auch zum Krater…andererseits, es gibt wahrscheinlich noch ein paar Vulkane, auf die Du kraxeln könntest ? LG, Eddy

    1. Hallo Eddy,
      freut mich, dass dir mein Bericht gefallen hat. 🙂
      Du würdest staunen, wie viele Vulkane das kleine Land tatsächlich zu bieten hat!
      Mit den Kratern hatte ich leider eine kleine Pechsträhne, wie hier am Poás, aber es ist wie Du sagst trotzdem großartig.
      Liebe Grüße,
      Jessi

  5. Das glaube ich auch nicht, Jessi. 😉 Es wird ja nicht jeder, der deinen Bericht liest, gleich losdüsen. Ich zum Beispiel, ich lese lieber deine Abenteuer vom trockenen Sofa. 😀 Aber mal ernsthaft: ich liebe ja auch Natur und die Weite und deine Fotos machen schon Laune. Das ist bestimmt ein tolles Fleckchen Erde.

    Danke dir fürs virtuelle Mitnehmen.

    LG Daniela

    1. Danke Dir, Daniela!
      Es ist wirklich ein wunderschönes Fleckchen Erde. Aber ich kann auch gut verstehen, dass Du den Bericht lieber im Trockenen verfolgst. 😀
      Liebe Grüße,
      Jessi

  6. Liebe Jessi,
    wow, was für grandiose Fotos. Da fühlt man sich ja direkt in eine ganz andere Welt hineinversetzt. Ich hab mir deinen Artikel direkt mal abgespeichert, weil es für mich demnächst auch mal nach Costa Rica geht. 🙂

    Danke auch für die super Zusammenstellung der Infos.

    Viele liebe Grüße
    Kathi

  7. Oh, leider kommt dein Bericht etwas zu spät. Ich war gerade erst in Costa Rica, habe aber leider von diesem Vulkan nichts gehört. Aber fürs nächste Mal ist er auf alle Fälle abgespeichert!

    Liebe Grüße aus Peru,
    Michaela

  8. Hi Jessi, ich bin ganz verliebt in deine wunderbaren Fotos vom Nebelwald 🙂
    Ich war vor kurzem auf Madeira zum Wandern und da sind wir viel durch die alten Lorbeerwälder gewandert. Das war auch total faszinierend und wunderschön. In Costa Rica war ich leider noch nie, ich habe aber bei einigen Reisebloggern schon viel darüber gelesen. Ist auf jeden Fall auf meiner Bucket List 😉

    1. Hey Anita,
      wie süß – das freut mich 🙂
      Madeira muss auch toll sein, da war ich bisher noch nicht. Aber wenn es soweit ist, können wir uns ja gegenseitig Tipps geben ;D
      Liebe Grüße,
      Jessi

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