Kunterbuntes Sarchi – Von bunter Kunst und riesigen Ochsenkarren

Buntes Sarchi in Costa Rica

Willkommen im kunterbunten Sarchí! Hier ist einfach alles in knalligen, geometrischen Mustern bemalt. Von der Kirche bis zu den Straßenschildern ziehen sich die farbenfrohen Verzierungen durch die ganze Stadt. Denn Sarchí ist Costa Ricas berühmtes Zentrum des Kunsthandwerks und vor allem die Heimat des größten Ochsenkarrens der Welt. Was es damit auf sich hat und warum Du Dir die bunte Stadt nicht entgehen lassen solltest, erfährst Du in diesem Artikel.

Obwohl es im ganzen Land bekannt ist, wird Sarchí von Reisenden oft leicht übersehen. Stattdessen findet man in jedem Souvenirladen kleine bunt verzierte Karren als Mitbringsel und fragt sich vielleicht, was genau es damit eigentlich auf sich hat. Nicht nur deshalb lohnt sich ein Ausflug in das bunte Städtchen, sondern auch, weil Sarchí einfach wunderbar gelegen ist.

Bunter Carreta in Sarchi
Bunter Carreta in Sarchi

Auf dem Weg dorthin bekommt man eine ganz andere Seite Costa Ricas zu sehen, die von Hügellandschaften, Feldern, Viehweiden und Plantagen geprägt ist. Es ist das ursprüngliche und ländliche Costa Rica. Vorbei an kleinen, abgelegenen Dörfern folgt man der sich schlängelnden Straße und wird immer wieder mit einer eindrucksvollen Aussicht über grüne Wälder und Plantagen belohnt, die sich bis zum Horizont erstrecken. Bis die Häuser und Straßen auf einmal immer bunter werden – dann ist man in Sarchí angekommen.

Wie wurden die bunten Ochsenkarren zum Nationalsymbol Costa Ricas?

In Costa Rica kennt sie jeder, sie sind das Symbol der costa-ricanischen Arbeiter und längst zum inoffiziellen Nationalsouvenir des Landes geworden: die Carretas, bunt bemalte Ochsenkarren. Entstanden sind sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Während des Kaffeebooms wurden sie für den Transport der Kaffeesäcke vom zentralen Hochland bis nach Puntarenas am Pazifik benötigt, was ein bis zwei Wochen in Anspruch nahm. Wegen der vielen Strapazen auf den schlechten Wegen, versahen die Costa-Ricaner die Carretas schließlich mit den typischen, massiven Rädern.

Auf der Spitze des Kaffeebooms waren bis zu 10.000 dieser Ochsenkarren in Costa Rica unterwegs!

Bunter Radwagen in Sarchi
Bunter Radwagen

Da die Produktion der Carretas stetig wuchs und sich verbesserte, wurde auch deren Schönheit und Gestaltung immer wichtiger. So entstanden schließlich die farbenfrohen Bemalungen und die Carretas entwickelten sich nach und nach zu einem nationalen Symbol. Für die Costa-Ricaner standen die Carretas für ihre Arbeit, Beharrlichkeit, Geduld und Fröhlichkeit. Und so blieben die Carretas selbst dann noch im Dienst, als Motorfahrzeuge die Arbeit längst übernehmen konnten.

Bunte Kirche in Sarchi
Bunte Kirche in Sarchi

Denn die Costa-Ricaner waren stolz auf ihre Carretas und hatten den Ehrgeiz entwickelt, die Karren durch Farben und wertvolles Holz noch schöner und stabiler zu gestalten. So wurden die Carretas schließlich zum heutigen Symbol für die costa-ricanische Arbeit, ihre Friedfertigkeit und auch für ihre Demokratie. 1988 wurden sie vom damaligen Präsidenten sogar offiziell zum nationalen Symbol und 2005 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt!

Was gibt es heute in Sarchí zu sehen?

Heute findet man in Sarchí nicht nur die berühmten Carretas und ihre Werkstätten, sondern auch zahlreiche andere Handwerksprodukte. Von Möbeln aus Leder und Holz bis zu bunt verziertem Tischgeschirr gibt es in den Werkstätten und Shops so einiges für Kunst- und Handwerksfreunde zu entdecken. Die Hauptattraktion ist und bleibt aber natürlich der größte und wohl bunteste Ochsenkarren der Welt. Er steht unübersehbar in dem kleinen Park von Sarchí, von wo aus man auch die bunt verzierte Kirche anschauen kann.

Wenn Du sowieso in der Nähe von Alajuela bist, solltest Du Dir die kleine bunte Stadt also auf jeden Fall einmal anschauen!

Der größte Ochsenkarren der Welt
Der größte Ochsenkarren der Welt in Sarchí

Wie erreicht man Sarchí am besten?

Die Stadt Sarchí ist durch den Río Trojas in die zwei Stadtteile Sarchí Norte und Sarchí Sur geteilt. Da sich Sarchí so über mehrere Kilometer entlang der Hauptstraße erstreckt, sollte man am besten in Sarchí Norte parken bzw. den Bus verlassen. Denn dort befinden sich der große Ochsenkarren und die Kirche.

Anreise mit den öffentlichen Bussen:
Sarchí ist mit den öffentlichen Bussen leicht und günstig zu erreichen.

Von San José fahren dreimal täglich Busse nach Sarchí, über die Abfahrtszeiten erkundigt man sich am besten vor Ort.
Dauer: 1,5 Stunden, Kosten pro Fahrt: ₡ 1.200| $ 2,25

Von Alajuela fahren die Busse etwa alle 30 Minuten nach Sarchí, allerdings nicht vom Hauptbusbahnhof, sondern einer Seitenstraße!
Dauer: 1h15, Kosten pro Fahrt: ₡ 900 | $ 1,65

Von Grecia fahren ebenfalls alle 30 Minuten Busse nach Sarchí, man kann also prima beide Orte an einem Tag erkunden.
Dauer: 20 Minuten, Kosten pro Fahrt: ₡ 500 | $ 1

Buntes Straßenschild in Sarchi
Buntes Straßenschild in Sarchi

Anreise mit dem Auto:
Die Straßen nach Sarchí sind in gutem Zustand und leicht zu befahren. Aus Richtung San José nimmt man die Interamericana und verlässt sie an der Abfahrt Grecia Richtung Norden nach Sarchí. Sobald man die ersten bunten Carretas sieht, ist man angekommen.

Hast Du noch weitere Tipps zu Sarchí? Und wie gefällt Dir der bunte Ort? Erzähl‘ es unten in den Kommentaren.

Übrigens könnt ihr gerade bei der Blogparade von Gin des Lebens noch weitere schöne Beiträge rund um Costa Rica finden.

Viel Spaß im bunten Sarchí und natürlich Pura Vida!

Jessi

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18 Kommentare

  1. „Da die Produktion der Carretas stetig wuchs und sich verbesserte, wurde auch deren Schönheit und Gestaltung immer wichtiger. So entstanden schließlich die farbenfrohen Bemalungen und die Carretas entwickelten sich nach und nach zu einem nationalen Symbol.“

    Fructuoso Chaverri war der erste, der im Jahre 1903 als Langeweile die Raeder seines Karren bemalte. Das gefieel ihm. Und seinen Nachbarn auch. Und sie baten ihn, auf deren Raeder zu bemalen. Als Bemalung dienten die nationalfarben Blau, Weiss und Rot. Und im laufe der Zeit wurde auch der Karren selber bemalt.

  2. Hallo Jessi,
    seit über 10 Jahren will ich nach Costa Rica, zumal ich im NW auch eine Freundin habe. Dein informativer Artikel hat mich dem Wunsch wieder ein wenig näher gebracht und vielleicht finde ich doch mal die Zeit, diese Reise zu realisieren.
    Viele Grüße
    Elena

  3. Liebe Jessi,
    wow das ist ja wirklich eine schöne bunte Stadt – und wir haben sie echt übersehen. So einen bunt bemalten Ochsenkarren haben wir aber in den La Paz Waterfall Gardens bewundern können.
    LG Annika

    1. Hey Annika,
      Ja das geht leider vielen so, aber man kann ja auch nicht alles ansehen. 😀
      Stimmt, in den La Paz Gärten gibt’s den ja sogar mit echten Ochsen! Habt ihr also doch einen Eindruck bekommen können.
      Liebe Grüße und Pura Vida! ?

    1. Hey Victoria,
      Ohja, Costa Rica würde euch bestimmt auch gefallen.
      Auch wenn Sarchí schon etwas touristisch ist, ist es immer noch sehr unpopulär und mit seinem Charme auf jeden Fall zu empfehlen.
      Liebe Grüße an euch! ?

  4. Ich finde es gut gelungen, dass du deinen Artikel mit der Symbolik des Ochsenkarrens und der Bemalung beginnst und dann darauf zu sprechen kommst, was man heute in Sarchi unternehmen kann.
    Die Fraben haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Wie viel Arbeit und Mühe dahinter stecken muss! Zu Recht zum inoffiziellen Nationalsouvenir erklärt 😉

    1. Hola Kuno,
      Danke Dir, freut mich, dass Dir der Artikel gefällt. 🙂
      Ich bin auch aus dem Staunen gar nicht mehr raus gekommen, da ist wirklich alles bemalt.
      Liebe Grüße an Dich! ?

  5. Hallo Jessica,
    Costa Rica klingt schon so farbenfroh, oder? Ich stell es mir zumindest so vor und dein Beitrag gestätigt nur, dass ich Costa Rica auch auf meine Bucket List aufnehmen sollte.
    Sogar die Kirche ist bunt – das gibts doch nicht! Finde ich aber toll. Der Charme der Stadt muss doch nur so vor Lebensfreude sprudeln.

    Schöne Grüße,
    Stefanie

    1. Hey Stefanie,
      Ja da hast Du Recht, vor allem die Tierwelt in Costa Rica ist wunderbar farbenfroh!
      Aber Sarchí als Stadt toppt da wirklich nochmal alles. Selbst die kleinsten Dinge dort sind bemalt.
      Das würde dir bestimmt gefallen.
      Liebe Grüße! ?

  6. Liebe Jessi, jetzt bekomme ich noch mehr Lust auf Costa Rica. Hatte schon einiges über das Land gelesen, aber von Sarchi habe ich bisher noch nicht gehört. Die superschönen Fotos und Dein Bericht wirken total einladend! Danke für den schönen Einblick! LG, Alexandra

    1. Hola, Alexandra 🙂
      Freut mich, dass ich dich für das kleine Städtchen begeistern konnte. Die meisten denken bei Costa Rica eben leider nur an Strand oder Regenwald, aber gerade im Valle Central gibt es noch so viel mehr zu entdecken.
      Liebe Grüße an Dich! ?

  7. Was für eine Überraschung – so habe ich Costa Rica noch nie gesehen. Ich dachte, da gibt’s nur Regenwald und Strand 😉 Da rückt das Land gleich ein Stück nach oben auf der Wunschliste…

    LG
    Jenny

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