Rincon de la Vieja Nationalpark & Wasserfall Llanos de Cortes

Rincon de la Vieja und Llanos de Cortes

⤜ Gastbeitrag von Marc Tschallener @ Tropenwanderer.com ⤛

Traumhafte Wasserfälle, rauchende Vulkanschlote und heiße Großstadtluft an einem Tag - das ist wohl nur in Costa Rica möglich. Wie? - das erfährst Du heute in diesem Gastbeitrag von Marc Tschallener von Tropenwanderer. Er nimmt uns mit ins heiße Guanacaste zum Nationalpark Rincón de la Vieja und dem Wasserfall Llanos de Cortés.

Staubige Anfahrt

"Sehr schön!", dachte ich mir. "Es ist mal wieder so richtig schön heiß - zur Abwechslung." Meine Gefährten auf dieser Reise hätten mir da nicht so frohlockend beigepflichtet, sicher zumindest einer meiner Begleiter nicht - meine Frau. Sie ist zwar Tica (also Costa Ricanerin), mag die Wärme, geschweige denn die Hitze, aber nicht so. Lieber hat sie ein gemäßigteres Klima, was sich in Cartago, der Stadt in welcher wir auf ca. 1'400 m.ü.M. leben, von seiner besten Seite zeigt.

Nun ja, wie geschrieben, meine zwei anderen Begleiter - Freunde aus der alten Heimat Schweiz - und ich genossen das Klima sichtlich. Ich bin einer, den Du in der größten Hitze nicht darüber klagen hörst, dass es nun wirklich zu heiß sei. Die Kälte ist da ein ganz anderes Thema...

Es war also sehr heiß in der Sonnenstube Costa Ricas, der Provinz Guanacaste im Norden des Landes. Unser Tagesziel war es, von der Buena Vista Lodge in der Nähe des Rincón de la Vieja Nationalparks aus, einerseits den Park zu besuchen und auf dem Weg nach Süden auch den Wasserfall Llanos de Cortés zu sehen.

Von Rincon de la Vieja nach Llanos de Cortes
Strecke vom Rincon de la Vieja zum Wasserfall Llanos de Cortes | Foto: Google Earth

Die Abfahrt nach einem herzhaften Frühstück vom Hügel, der wortwörtlich eine buena vista - also einen "guten Ausblick" - in Richtung Nationalpark Rincón de la Vieja bietet, führte über unbefestigte Straße. Ein 4x4 angetriebenes Fahrzeug war da doch ziemlich angenehm. Nach etwas mehr als einer Stunde gelangten wir dann zum Eingang des Rincón de la Vieja. Auf Grund der Hitze sowie der beschriebenen Straße, ließen wir eine beachtliche Staubschwade dahinwehen, als wir schlussendlich anhielten.

Angenehmer Spaziergang im Nationalpark Rincón de la Vieja

Es gibt zwei Sektoren des Parkes, welche je einen Eingang sowie mehr oder weniger  eigene Wege bieten. Diese kann man, je nach Lust und Laune, bewandern und verbinden. Wir haben uns für den kurzen Rundweg entschieden, der irgendwas zwischen einer und zwei Stunden dauern würde, so erklärte uns der Parkwächter. Jenem mussten wir unsere ID- respektive Passnummern angeben sowie mitteilen, wo wir durchlaufen würden.

Unsere Freunde, Hobbywanderer sozusagen, haben direkt von Sandalen und Sneakers zu Wanderstiefeln umgesattelt. Wir taten es ihnen gleich, obwohl ich Wanderschuhe nicht unbedingt mag.

Vulkangase und Schlamm im Rincon de la Vieja in Costa Rica
Vulkangase und Schlamm im Rincon de la Vieja | Foto: Marc Tschallener

Der Rundweg Las Pailas, welchem wir folgten, ist sehr gut ausgebaut und streckenweise sogar behindertengerecht. Es gibt zementierte Wege, auf welchen man sich zuerst im offenen Gelände und später im Wald bewegt. Je nachdem, wo Du starten möchtest.

Bitte verlasse die ausgeschilderten Wege nicht. Einerseits zum Schutz des Parkes und andererseits aus deinem eigenen. Sei dir bewusst, dass Du über einen aktiven Vulkan läufst.

Schlammloch im Rincon de la Vieja in Costa Rica
Großes Schlammloch | Foto: Marc Tschallener

Spannend ist es zu wissen, dass der Vulkan durch seine Fumarolen sowie blubbernden Schlammlöcher stetig Druck abbaut. Dies ist gut, denn dadurch kommt es zu einer verringerten Wahrscheinlichkeit, dass er einmal mit aller Wucht ausbricht.

Während wir unterwegs doch ein wenig, wenn nicht sogar sehr ins Schwitzen kamen, sei an dieser Stelle mein Hinweis angebracht, dass Du hierzulande immer Wasser dabei haben solltest. Mehr noch in diesem Park, denn Wasserquellen können hier nicht als Trinkwasser herhalten. Grundsätzlich kannst du das Wasser in Costa Rica, abgesehen vielleicht von abgeschiedenen Orten, überall trinken. Hier ist mein Warnhinweis nur deshalb angebracht, da das Wasser in Bächen und anderen Quellen mit chemischen Substanzen vom Vulkan versetzt sein können. Weniger bekömmlich für dich.

Schlammblasen im Rincon de la Vieja in Costa Rica
Schlammblasen | Foto: Marc Tschallener

Ich persönlich erachte den Rundweg, der zuerst im offenen Gelände beginnt und in der Folge in den kühleren Wald wechselt, als angenehm. Spannend anzusehen sind die grauen Schlammlöcher, die in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Blasen entwickeln, die zum Höhepunkt hin mit einem "Blubb" platzen. Wie eine Kaugummiblase.

Die Wege führen ziemlich nahe an diese Löcher, sodass Du beinahe in Griffweite bist, aber dennoch in sicherer Distanz bleibst. Der Vulcancito, der kleine Vulkan, war dann neben vielen verschiedenen Tieren, die Du hier auch sehen kannst, das Highlight. Es handelt sich um ein ca. 2 Meter breites Loch, aus welchem übel riechender Dampf emporsteigt. Kennst Du den Duft von faulen Eiern? Ja, genau so roch der Vulcancito an jenem Tag.

Vulcancito im Rincon de la Vieja - Foto: Marc Tschallener
Der Vulcancito | Foto: Marc Tschallener

Zum Schluss des Rundweges konnten wir feststellen, dass der Weg uns etwas mehr als eine Stunde Zeit in Anspruch genommen hatte. Bevor wir den staubigen Parkbereich verließen, mussten wir uns noch beim Parkwächter "abmelden". So muss er vor Feierabend nicht noch besorgt sein, dass irgendwelche Touristen im Park verblieben und Gott weiß wo sind.

Und wieder raus aus den Wanderschuhen und rein in meine Sommerschuhe, zur Weiterfahrt.

Zwischenstopp in Liberia

Nach dem Nationalpark Rincón de la Vieja hatten wir unterwegs zum nächsten Höhepunkt unseres Tages, dem Llanos de Cortés Wasserfall, einen Boxenstopp nötig. Liberia, die Provinzhauptstadt Guanacastes, auf halbem Weg ist ein idealer Tipp.

In Liberia angekommen und die Tür des klimatisierten Mietwagens öffnend, dachte ich mir wiederum "Herrlich!". Super, wie man in eine Wand wohlfühlender Wärme hineinläuft. Ich bin mir nicht sicher, ob meine Begleiter das genauso sahen. Liberia bietet übrigens eine durchschnittliche Jahrestemperatur von 25 - 30°C.

Zum Wasserfall Llanos de Cortés

Auf unserem weiteren Weg in den Süden fuhren wir auf einer der besten Straßen des Landes. Den Wasserfall kannst Du nicht verfehlen, denn der Weg dorthin biegt von dieser Schnellstraße ab.

In Costa Rica findest Du einige sehr schöne Wasserfälle. Der Llanos de Cortés hat aber auf mich persönlich eine spezielle Wirkung. An einem leicht bewaldeten Platz angekommen, kannst Du dein Fahrzeug parken. Von dort aus führt ein ziemlich guter Weg hinunter in den Wald und zum Wasserfall. Einige Jahre zuvor war das Hinabwandern einiges abenteuerlicher, was den stetigen Wandel in touristischen Attraktionen verdeutlicht.

Wasserfall Llanos de Cortes
Der Wasserfall Llanos de Cortes | Foto: Marc Tschallener

Unten angekommen stehst Du vor einem Becken, in welches sich der Wasserfall ergießt, auf feinem Sand. Und vor dir der majestätische Wasserfall, der nicht durch seine Fallhöhe heraussticht, aber durch die Art, wie das Wasser hinunterströmt.

Ein herrliches Plätzchen Erde sage ich dir. Dies ist bei den Einheimischen (noch) bekannter als bei Touristen.

Geheimtipps

Der Rincón de la Vieja Nationalpark gehört noch nicht zu den Must-Sees vieler Touranbieter. Je nach Jahreszeit und auch je nach Tag mag dies verschieden sein, doch der Park ist nicht von Touristen überfüllt und bietet somit die Möglichkeit, ihn mit seinen natürlichen Attraktionen weite Strecken für sich selbst zu haben. Außerdem ist er natürlich sehr großflächig.

Auch der Llanos de Cortés Wasserfall ist ein Geheimtipp aus meiner Sicht. Noch viel mehr als der Nationalpark. Hierher verirren sich sehr wenige und vielleicht eher insider-informierte Reisende - neben den Ticos. Der Sand am Wasserfall lädt zum Verweilen ein. Und, wie auf der gesamten Reise im Norden, war das Wetter ausgezeichnet! Meiner Meinung nach natürlich...

Wie hat dir der Erfahrungsbericht gefallen? Hast Du eigene Erfahrungen gemacht oder Tipps zum Rincón de la Vieja oder Llanos de Cortés? Ab damit in die Kommentare!

Über den Gastautor

Marc lebt seit 2014 als ausgewanderter Schweizer in Costa Rica in der Stadt Cartago. Nach einigen Reisen in die Schweiz Zentralamerikas hat er nicht nur Naturschätze entdeckt, sondern auch seine heutige Ehefrau (Costa Ricanerin) kennengelernt. Er gründete und führt, zusammen mit einem anderen Schweizer Auswanderer, den Blog Tropenwanderer, der Reisenden einerseits sowie Auswanderungswilligen andererseits, Informationen und gezielte Hilfestellung sowie Services bietet.

Hier geht's zur Seite: Tropenwanderer
Falls Du Costa Rica bereisen möchtest, kannst Du dich gern direkt an Marc und seinen Service Tropenbooking wenden: Tropenbooking

Marc Tschallener

Gastautor Marc Tschallener

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16 Kommentare

  1. Der Besuch auf einem aktiven Vulkan steht bei mir schon lange auf der Liste. Gut, dabei werde ich mich wohl eher an die europäischen Vulkane halten, aber das Erlebnis ist vermutlich genauso einmalig. Wobei Costa Rica auch ein großartiges Ziel ist – jetzt bin ich hin und her gerissen 😉 Andererseits, wenn ich bedenke, dass ich Hitze auch nicht besonders gut vertragen kann, wird es wahrscheinlich doch Italien im Winter.
    Dennoch ein schöner Artikel.
    Viele Grüße
    Maria

    1. Hallo Maria,
      wenn Du Hitze gar nicht vertragen kannst, ist Costa Rica wirklich nicht das beste Reiseziel für dich. Aber zum Glück gibt es ja auch in kühleren Regionen tolle Vulkane zu bestaunen. Freut mich, dass dir der Bericht trotzdem gefallen hat.
      Liebe Grüße!

  2. Hi Marc, einen schönen Tagesausflug hast du da zusammen gestellt. Costa Rica war bisher immer mit vielen Tieren bei mir verknüpft, nicht aber mit einem Vulkan. Ich muss unbedingt mal hin.. Danke für die Inspiration!
    VG Simone

    1. Hallo Simone,
      vielen Dank für dein Feedback!
      In Costa Rica gibt es sogar sehr viel mehr, als nur einen Vulkan. Du findest hier zum Beispiel auch noch Berichte zum Vulkan Poas und Barva. Aber natürlich gibt es hier auch eine einzigartige Tierwelt.
      Liebe Grüße!

  3. Hallo Marc,
    der Wasserfall ist ja richtig schön! So kaskadenmäßig und weit – echt beeindruckend!
    Ich kann mir in der tropischen Hitze Costa Ricas gut vorstellen, dass das ein beliebtes Ausflugsziel ist. Das mit dem Vulkan und dem Geblubber stelle ich mir auch faszinierend vor. Ein tolles Land!
    Danke für die Tipps und den schönen Bericht.
    Liebe Grüße
    Barbara

    1. Hallo Barbara,
      der Wasserfall ist wirklich wunderschön und sogar gar nicht so populär wie man vielleicht vermuten könnte. Nach einer Vulkanwanderung in der Hitze wirklich die perfekte Abkühlung.
      Lieben Dank für dein Feedback und viele Grüße!

  4. Hallo Jessi,
    da hätte ich garnicht nach Neuseeland fliegen müssen um aktive Vulkane in dieser Art zu erleben 🙂 faszinierend was die Natur geschaffen hat.
    Den Wasserfall allerdings finde ich noch schöner, als die vulkanischen Aktivitäten.
    Kann man in dem kleinen See davor baden?
    Liebe Grüße
    Katja

    1. Hey Katja,
      das stimmt, aber Neuseeland ist natürlich auch ein tolles Ziel!
      In der Lagune kann man tatsächlich baden und sich vor allem auch mal richtig abkühlen. Perfekt also nach einer anstrengenden Wanderung.
      Liebe Grüße!

  5. Hallo Jessi,
    ich danke dir für den Beitrag! Ich bin sehr beeindruckt von der Schönheit des Wasserfalls! Diese Wanderung im Nationalpark finde ich herrlich. Allerdings mag ich Schlammlöcher nicht und wetten, ich würde es mir zwei Mal überlegen nur vorbei zu gehen!
    Danke für die traumhaften Bilder!

    Liebe Grüße,
    Alexandra.

    1. Hallo Alexandra,
      das Lob geb ich gern an Marc weiter! 🙂
      Lustig, dass dir die Schlammlöcher nicht geheuer sind. Aber sie machen normalerweise wirklich nichts als ein bisschen blubbern.
      Liebe Grüße!

  6. Hi,
    das ist ein schöner Artikel und da ich eine Freundin in Costa Rica habe (die ich seit Jahren nicht mehr gesehen habe), ist nun mein Wunsch, doch einmal hinzufliegen, wieder größer geworden. Vor allem das Wasserfall Bild ist toll! Ich liebe Wasserfälle – solange ich nicht hinunterspringen muss 😉
    Liebe Grüße aus Salzburg
    Elena

    1. Hallo Elena,
      lieben Dank! Haha, nein keine Sorge, da solltest Du wirklich nicht herunter springen! 😀
      Von unten sieht der Llanos de Cortes auch viel schöner aus. Vielleicht kannst Du ihn ja einmal mit deiner Freundin besuchen.
      Liebe Grüße nach Salzburg!

  7. Hallo Jessi, noch so ein wunderbarer Artikel, der meine Lust, endlich auch mal dieses großartige Land zu bereisen, noch weiter erhöht! Habe schon viel gelesen zu Costa Rica, aber diesen Nationalpark kannte ich noch nicht. Danke für die tollen Tipps! LG Alexandra

    1. Hey Alexandra,
      gerne doch! Freut mich, dass dir die Artikel hier so gefallen. 🙂
      Der Rincon de la Vieja Nationalpark ist tatsächlich auch noch nicht sooo bekannt und der Llanos de Cortes noch viel weniger. Fast ein kleiner Geheimtipp also.
      Liebe Grüße!

  8. Ach, Costa Rica! Wie schön! Rincon de la Vieja ist genau die Ecke, die ich bei meiner Weltreise allein mit Kind für einen zweiten Besuch aufgespart haben. Der Beitrag bestärkt mich darin, dass wir da wirklich nochmal hinmüssen.
    Liebe Grüße
    Angela

    1. Hola Angela,
      genau so ging’s mir auch, den Rincon de la Vieja muss ich mir irgendwann selbst noch einmal anschauen. Deshalb habe ich ja den lieben Marc gebeten, seine Erfahrung dazu weiterzugeben. Ich denke grade bei dir wären die blubbernden Schlammlöcher und der Wasserfall auch für Kinder interessant. 🙂
      Liebe Grüße!

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